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Konfrontationen vergiften unsere Gesellschaft

Wir sehnen uns nach Verstehen, Frieden und Versöhnung. Stattdessen stellen wir betroffen fest: Wir leben heute in einer Welt aus Konfrontationen.

Die einen gegen die anderen, ich gegen du, wir gegen sie. Entweder ich gewinne und du verlierst oder umgekehrt. Ein Erfolg des anderen, der nur noch als „Gegner“ wahrgenommen wird, ist gleich einem eigenen Misserfolg. Das Wohlergehen des „Feindes“ wird als unerträglich empfunden. Diese Geisteshaltung reibt unsere Gesellschaft auf, sie entsolidarisiert und entmenschlicht.

Im Zentrum dieses Konfliktdenkens steht ein Begriffspaar: „entweder – oder“. Wir haben uns darauf versteift, jedes Problem, jede Situation, jede Frage über weiteres Vorgehen in diese Schablone zu pressen. Was wir offenbar verlernt haben, ist jene uralte Kulturtechnik, die uns einst ermöglicht hat, erfolgreiche Zivilisationen zu errichten. Nämlich offen zu sein für „sowohl – als auch“.

Was bedeutet das? Die beste Lösung zum größten Wohl für die größte Anzahl von Menschen ist nur selten jene, bei der eine Seite ihren Willen rücksichtslos durchdrückt. Sondern jene, wo der These des einen zwar die Antithese des anderen gegenübersteht, bei der sich beide aber ernsthaft und wohlwollend um die Synthese bemühen – welche die Widersprüche möglichst gut auflöst. Denker von Platon bis Hegel haben die Methode der Dialektik als Königsweg der Wahrheitsfindung und des konstruktiven Zusammenlebens gewürdigt, und wir sollten auf sie hören.

Nehmen wir als Beispiel das Streitthema der Coronapandemie. Es ist keineswegs irrational oder esoterisch, sich gesund und fleischarm zu ernähren, Nahrungsergänzungsmittel wie Zink und Vitamin C einzunehmen. Tatsächlich werden viele vom autogenen Training profitieren, von Meditation oder Yoga. All das stärkt Körper und Seele. Und doch besteht kein Widerspruch darin, sich impfen/nicht impfen zu lassen und Maske zu tragen: „sowohl – als auch“.

Überlegungen dieser Art ließen sich auf jeden Bereich von Leben und Politik anwenden. Voraussetzung wäre eine geistige Offenheit für andere, kreative, nicht ausgetretene Lösungswege.

Was hindert uns? Selten tatsächliche Unmöglichkeiten. Viel öfter der riesige Rucksack an veralteter Ideologie, eingeübtem Lagerdenken, persönlichen Abneigungen und Alphamenschengehabe, den wir mit uns herumschleppen. Diesen Ballast des Denkens müssen wir ablegen.

Wenn wir das „sowohl – als auch“ unter uns mehr gelten ließen, wir würden friedlich miteinander umgehen.